Ruhestand

Alltag im Oktober 2016 – Stundenplan

Wie die Pubertät bildet auch die Pensionierung einen Knick in der Biografie. Der stabile Arbeitsrythmus mit vielen Aussenkontakten und der (positive) Leistungsdruck entfallen. Aber im Laufe der Zeit ergibt sich so etwas wie „den Stundenplan im Ruhestand“. Vermutlich darum sagt man: „die Pensionierten haben nie Zeit“.

Bewegung und Musik

6:45 h    Meist bin ich wach, bevor der Wecker klingelt. Walking im Wald, der nur 5 Minuten von unserem Zuhause entfernt ist, im Dezember bei Morgendämmerung.
8 Uhr     Die Zeitung liegt im Briefkasten. Kleines Frühstück zusammen mit meiner Frau.
9 Uhr     Musizieren: üben auf der Gitarre, Kinderlieder, Weihnachtslieder usw. Sowohl Wald als auch Musik tun der Seele gut.
10 Uhr   Staubsaugen im Obergeschoss oder EG; oder Bügeln. Der Staubsauger tönt angenehm, aber nur wenn man den Lärm selber verursacht. Das Bügeln hingegen wirkt beruhigend.
11 Uhr    Arbeiten auf dem Computer und im Internet. Bei trockenem Wetter radle ich mit dem Velo ins Dorf: Migros, Coop, Post, Apotheke, usw. Sporadisch müssen Plastikflaschen, Altpapier, Karton oder Glas entsorgt werden.

14-17 Uhr    Nach dem Mittagessen fahre ich nach Winterthur, um meine Mutter
oder die Klubschule zu besuchen (Gitarrenkurs). Bei schönem Wetter zusammen mit meiner Frau per E-Bike 14 km nach Winterthur oder 60 Min. gemeinsamer Marsch durch die schöne Umgebung.
17 Uhr    Ich beginne, ein neues Adventsfenster anzufertigen, mit schwarzem Karton, Schere und Leim — wie jedes Jahr.
18 Uhr    Gemeinsames Abendessen.
18:30 h   Noch ein Blick ins Internet: Mail, Web, Bloggen/Schreiben für den Computerkurs an der Seniorenuni. Die Sprache ist ein wunderbares und selbstverständliches Transportmittel. Wichtig ist, die Webseiten zu aktualisieren!
20 Uhr    Nach der „Tagesschau“ im Schweizer Fernsehen muss ich nochmals an die frische Luft, kurzer Marsch durch das nächtliche Quartier.
21 Uhr    Fernsehsendung über Gesundheit, Konsum, Politik oder Wissenschaft — wir schauen meist zu zweit.

Normalerweise schlafe ich am Abend zeitig ein, allerdings nicht mehr so rasch wie früher im Erwerbsleben. Aber wie damals wache ich nach Mitternacht (nach der Tiefschlaf-Phase) ein bis zwei Mal auf, was mir erlaubt, meine Träume festzuhalten, die jedoch meist rätselhaft bleiben.

Campus

Ein regelmässiges Ziel im Ruhestand ist nach wie vor der Campus der Universität mit meinem früheren Arbeitsplatz, wo sich auch die Senioren-Universität befindet. Der Campus einer grossen Universität ist auch für einen Ehemaligen immer noch spannend, nachdem ich mich mit 67 Jahren aus der Gruppe zurückgezogen habe.

Grossvater!

Zudem hüten wir neuerdings die dreimonatige Enkeltochter. Dafür haben Grosseltern fast immer Zeit, da die Kleinen Zuwendung und unbedingt Körperkontakt brauchen. „Halt ein Kind in deinem Arm“ (Yves Duteil). Der Spruch „Die Pensionierten haben nie Zeit“ muss mit einem Fragezeichen versehen und widerrufen werden. Der Stundenplan ist jetzt nicht mehr so wichtig. Grosspapa darf begleiten, trösten und beschützen, muss aber nicht erziehen. Eher erzieht das Kleinkind die Grosseltern. Nach dem sechsten Lebensmonat können wir zusammen immer besser spielen, lachen und kommunizieren. Aber das Kleine bestimmt den Rhythmus (Essen und Trinken, Schlafen).

Beitrag — https://schreib1blog.com/2017/07/22/kinder/ (mit Youtube: Prendre un enfant)

„Und Du wirst selbst wieder klein“. Wir lernen von einem Kind …

Lieder zum Mitsingen

Ich zeige mini Freud — https://drive.google.com/file/d/0B_l22akZMxvDQ2lURGh0VGd1TEU/view?usp=docslist_api

Mir händ Händ — https://drive.google.com/open?id=0B_l22akZMxvDc0FCYTJKYkZZTFU

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