Der vergessene Rucksack

Typisch, der Traum handelt vom Reisen, Velofahren und einem verlorenen oder vergessenen Gegenstand. Die ganze Familie hat in einem kleinen Stadthotel einer Altstadt übernachtet, in der Nähe eines kleinen Stauwehrs am Fluss. Die schöne Stadt könnte Bern sein, da an einem Bürogebäude in grosser Schrift “SNB” prangt = Schweizerische Nationalbank. Wie immer im Sommer habe ich meinen rotgrauen Rucksack dabei, der ein paar T-Shirts, Ricola-Bonbons, meinen alten Führerausweis und das moderne Mobiltelefon enthält. Aus irgendwelchen Gründen bin ich mit dem Rad bereits aufgebrochen und fahre den anderen Familienmitgliedern voraus in Richtung Rom. Ich bin bester Laune, es weht ein lauer Sommerwind, die Passanten eilen zur Arbeit. Schon komme ich an den Stadtrand, die grosse Stadt liegt hinter mir, der Verkehr rauscht nur noch schwach. In der grünen Landschaft atme ich tief durch und freue mich auf die heutige Tagesreise nach Süden.

Das Fahrrad fühlt sich leicht an. Plötzlich kommt mir aus heiterem Himmel in den Sinn, dass auf dem Gepäckträger der Rucksack fehlt! Wo ist das lebenswichtige Ding? Mein Gott, ich habe den Rucksack im Hotel vergessen und zurückgelassen; dieser muss noch irgendwo in der Hotelhalle herumliegen. Nun werde ich nervös und fahre zurück. Die anderen Familienmitglieder kommen mir entgegen und staunen, dass ich haste und zurück hetze. Das Unbehagen steigt, da ich nicht darauf geachtet habe, wo genau das Hotel liegt. Nicht einmal der Name der Unterkunft ist mir bekannt — Rucksack vergessen, Name vergessen. Auf dem Rückweg sieht alles ganz anders aus, ich erreiche eine grosse unbekannte Brücke. Der Verkehr lärmt und brandet. Ich bin verunsichert und verzweifelt, weil ich das Hotel einfach nicht mehr finden kann…

Als ich um sechs Uhr aufwache, bin ich richtig froh, dass der Rucksack immer noch im Wandschrank liegt. Was habe ich in anderen Träumen schon alles verlegt oder vergessen: eine Jacke, Hausschuhe, Prüfungsarbeiten oder neuerdings das Mobiltelefon.

Advertisements