Traum

Der Blog als eine Inhaltssammlung

Faszinierend, unsere Träume festzuhalten. Ein Traum muss sofort notiert werden, da die Bilder innert kurzer Zeit verblassen. Die Traum-Notizen sind eine Art Tagebuch oder eine Reisebeschreibung, wie die Beispiele zeigen…

Sfântu Gheorghe in Siebenbürgen

In den Träumen kommen immer wieder verschiedene Ort vor, die in der Erinnerung haften. Gewissen Leuten fällt es leicht, sich die Orte, die Räume und die Distanzen vorzustellen. Häufig sind dem Träumenden die Himmelsrichtungen bewusst (räumliches Vorstellungsvermögen). Manchmal träume ich so, als hätte ich einen Stadtplan oder eine Strassenkarte vor mir. Wenn ich mich am Morgen an einen Traum erinnern kann, habe ich immer das Gefühl, gut geschlafen zu haben.

Vor über 40 Jahren verbrachte ich jeweils Juli und August dreimal in Rumänien. Bei Träumen von Rumänien kann man also nicht von Tagesresten sprechen, vielmehr von Lebensresten! Wieder einmal träume ich vom Reisen. Wir sind eine Gruppe von Senioren und müssen vom Schwarzen Meer zurück nach Siebenbürgen. Einige dieser Leute möchten den Weg mit dem Fahrrad zurücklegen; es sind mehrere 100 beschwerliche Kilometer, ich habe meine Bedenken. Ich soll die Gruppe anführen, da ich immer noch etwas Rumänisch spreche. Bereits drückt die Verantwortung. Die Reise kommt mir vor wie eine Radwanderung durch die Wüste, nur schon die Strecke vom Donaudelta bis Ploiești scheint mir unheimlich: langweilig und gefährlich. „Gibt es überhaupt Velowege in Rumänien?“ Kaum! Die Hitze ist im Sommer mörderisch. „Gibt es genügend Trinkwasser an der Strecke?“ Ich erinnere mich an die früheren Reisen, als die italienischen Touristen die Rumänen gebeten haben, aus dem Ziehbrunnen Wasser trinken zu dürfen. „Können wir uns genügend mit den Einheimischen verständigen?“ Ich schlage vor, dass wir Bukarest links liegen lassen. Unser Ziel ist eine bekannte Burgkirche der Siebenbürger Sachsen.

Befestigte Kirche in Siebenbürgen (1969)

Befestigte Kirche in Siebenbürgen (1969)

Der Zweifel nagt, ob wir den zweiten Teil ins Gebirge überhaupt schaffen. Der Konflikt wird dann ausbrechen, weil meine Frau und ich über ein Elektro-Bike verfügen, die anderen jedoch nur über ältere Velos! Trotzdem wollen wir es versuchen. Rumänische Ortsnamen kreisen in meinem Gehirn: Constanza, Ploiești, Brașov (Kronstadt), Sfântu Gheorghe (Sankt Georg), Sighișoara (Schässburg), Sibiu (Hermannstadt), Caransebeș (Karansebesch). Bis ins Banat werden wir nie und nimmer kommen, da das Land und die Distanzen vergleichsweise riesig sind. Offensichtlich haben sich diese Namen für immer ins Gehirn eingebrannt. Die Abenteuer wirken immer noch nach. Der Ort „Caransebeș“ erinnert daran, wie ich vor 40 Jahren mit dem VW Käfer durch das sommerliche Banat getuckert bin – mit Zigeunermusik aus dem Autoradio. Das Thema „Elektro-Bike“ hingegen geht nur ein Bruchteil so weit zurück. Die Traumelemente sind also wild zusammengewürfelt.

Das verschollene Auto

Ein anderes Traummotiv ist die gerissene Saite einer Gitarre. Genau vor einem wichtigen Familienfest ist eine Stahlsaite der (geliebten) Gitarre gerissen. Der Musiker fühlt sich unsicher, verzweifelt und verlassen, weil er für das Fest ein eigenes Lied getextet hat. „Was mache ich da?“

Träume sammeln

Im Laufe der Jahre lernen wir, die Träume immer besser festzuhalten — eine spannende Sache. Wir möchten die Träume sammeln wie Fotos oder besser Videos. Die Schriftsprache erweist sich wieder einmal als ein wertvolles Kommunikationsmittel. Eine andere Sache ist es, die rätselhaften Träume zu erklären. In der Hirnforschung ist umstritten, was die Träume bedeuten und ob es notwendig ist, diese zu verstehen. Manche glauben, im Schlaf werde „Gedankenmüll“ entsorgt. Es finde sozusagen eine Gehirnreinigung statt, bei der Gedächtnisinhalte in verschiedene Speicher verschoben werden. Aber man kann Träume nie ganz verstehen. Mit Traumdeutung bin ich daher vorsichtig.

Spannend sind die Träume so oder so. Die Träume spiegeln ein reichhaltiges Leben der Senioren, Arbeit und Freizeit, sowie die prägende Vergangenheit im Internat. Der gemeinsame Nenner vieler Träume ist jedoch das Reisen oder das Unterwegs, eine gewisse Art von Flucht. Die entscheidende Frage ist meist: „Kann ich mein Ziel erreichen?“

Träume im Sandkasten: Das gestohlene Fahrrad, Träume aufschreiben, Wunschtraum (Ostafrika), sowie Angsttraum (Platzangst).

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6 Antworten zu Traum

  1. pvollenweider2012 schreibt:

    Früher hätte ich diesen Traum aus Rumänien vielleicht als Wunschtraum bezeichnet, heute eher als Angsttraum? Die meisten Träume bleiben irgendwie rätselhaft. Alice im Wunderland kann ihre Träume nicht erklären. Das Hirn macht einfach seine Nachtschicht, wobei bisweilen einzelne Aengste nicht zu übersehen sind, z.B. die Angst, das weit entfernte Ziel nicht zu erreichen.

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